← Frequenzen 11. März 2026
Frequenz

Gestrandet

Ich war es, der gestrandet war. Ich hatte nicht gedacht, dass das mir passieren könnte, dennoch war ich nicht wirklich überrascht. Ich hatte es mit geschlossenen Augen kommen sehen, aber dennoch den Kurs gehalten.

Vielleicht wollte ich ja untergehen oder zumindest keine Wahl mehr haben, einfach so weiter zu segeln. Ich glaube Menschen sind manchmal so. Sie brauchen das Unvermeidliche, um den Weg einzuschlagen, den sie vorher schon als den ihren ahnten.

Wenn es dann kracht, kann ich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, hysterisch werden, Verluste beklagen und auf Schicksal oder schlimmer noch Zufall verweisen. Ich darf nur das Lächeln nicht zeigen, welches die Erlösung tief in mir drin säht. Dieses innerliche Aufatmen, dass zwar gerade eine Lawine über mich fegte, diese mich aber seltsamerweise nur oberflächlich verletzte, dafür aber Ballast mit sich riss.

Eine Befreiung im vermeintlichen Unglück. Der Schmerz ist da, aber die Wunden scheinen mehr Raum für Heilung zu öffnen, als sie Narben hinterlassen werden.

Jetzt stehe ich da in den Trümmern und fühle mich lebendig, wie lange nicht mehr. Angeschlagen, aber voller Energie aufzubrechen. Aber wohin?

Ganz kurz überlege ich das Boot wieder zu reparieren, aber es fühlt sich nicht richtig an. Es hatte seine Zeit und seinen Zweck. Immerhin hat es mich hier her gebracht. Ich spüre, es ist Zeit für etwas Neues.

Ich kann meine Lieblingsstücke mitnehmen und daraus etwas bunteres kreieren. Ich fühle da ist mehr in mir . Es war die ganze Zeit schon da, aber nicht im Zugriff. Es hat gewartet, ohne mich zu erschrecken. Eine Schatztruhe, die man nicht als solche erkennt, weil man den Schlüssel noch nicht gefunden hat, der sie öffnet. Wie ein spannendes Spiel, welches seinen Zauber nicht entfaltet, weil man dessen Regeln nicht kennt und deshalb keinen Zugang findet.

Aber irgendetwas ruft mich. Ich kann es nicht ignorieren. Ich habe das Gefühl die ganze Zeit vor einem Fernseher gesessen und geglaubt zu haben, der Film zeige die Wirklichkeit, weil ich den Rahmen nicht sehen konnte. Der Ruf fordert mich auf, mich zu erheben, meine Perspektive zu erweitern und die Welt um den Fernseher zu entdecken. Ich spüre, dass meine Bestimmung außerhalb des aktuellen Rahmens liegt.

Es fühlt sich an, als ob eine andere Weltsicht, mich nicht nur dieselbe Welt mit anderen Augen betrachten lässt, sondern eine neue Welt erzeugt. Es ist auch eine Reise zu mir selbst, was auch immer das bedeuten mag. Ein Abenteuer eben.

Es ist an der Zeit einen neuen Welt-Raum zu erfahren und zu gestalten.

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